Kuala Lumpur war für uns während unserer 18-monatigen Reise eine Stadt, in die wir immer wieder zurückgekommen sind. Der Flughafen ist eines der besten Drehkreuze in ganz Asien, und die Stadt selbst hat darüber hinaus auch sehr viel zu bieten. Sie fühlt sich an, als hätten Singapur und Bangkok ein Kind bekommen: (Meist) sehr sauber, viel Grün und geordnet wie Singapur, dazwischen laute, bunte und manchmal auch schmutzige Ecken wie in Bangkok. In diesem Guide bekommst du alle Sehenswürdigkeiten, die Anreise vom Flughafen, konkrete Hotels nach Vierteln, die besten Nachtmärkte und die zwei schönsten Tagesausflüge zusammengefasst.

So hebst du in Malaysia Geld ab und bezahlst
Bezahlt wird mit dem malaysischen Ringgit. Der Kurs liegt bei rund 1 zu 5, für 1€ bekommst du also ungefähr fünf Ringgit. In etablierten Restaurants, in Hotels und in Supermärkten konnten wir immer problemlos mit Karte zahlen. Bei Streetfood, Nachtmärkten und Nationalpark-Eintritte brauchten wir aber eigentlich fast immer Bargeld.
Das Gute: In Malaysia kostet das Abheben am Automaten keine eigene Gebühr der Bank vor Ort. Du kannst also auch kleinere Beträge abheben und dafür öfter zur Bank gehen. Umso wichtiger ist es aber, dass du eine gute Kredit- oder Debitkarte dabei hast (bzw. besser zwei bis drei, falls mal eine gesperrt wird). Ohne die passende Karte zahlst du bei jeder Abhebung Fremdwährungsgebühr auf den Umsatz, und das summiert sich über drei Wochen. Wir nutzen seit Jahren das Konto & Debitkarte der DKB* unterwegs, weil das Girokonto samt Visa-Karte im Alltag zuverlässig funktioniert. Als zweite Karte im Portemonnaie haben wir die TF Mastercard Gold, die keine Fremdwährungsgebühr berechnet. Zwei Karten von zwei Anbietern sind auf Borneo kein Luxus, sondern Absicherung: Wir hatten in Sandakan schon einen Automaten, der eine Karte grundlos abgelehnt hat.
TF Bank Mastercard Gold
0,00€ Jahresgebühr
Perfekt als
– Reisekreditkarte weltweit
– Kreditkarte zusätzlich zur Hausbank
– Paket mit Versicherungen
eSIM und Internet: So bist du in Malaysia online
Malaysia liegt außerhalb der EU, dein deutscher Datentarif gilt hier also nicht. Vor Ort kannst du in den kleinen Supermärkten wie Circle K aber auch direkt bei den Mobilfunkbetreibern wie UMobile oder Hotlink lokale Sims kaufen. In wenigen Ländern sind diese so günstig wie in Malaysia! Wir haben für 30 Tage unbegrenzter Daten oft nur 5-6€ gezahlt. Bring für die Aktivierung unbedingt deinen Reisepass mit, dann geht das ganz einfach.
Wenn du es noch unkomplizierter magst, können wir dir für Malaysia auch eine E-Sim empfehlen. Wir nutzen Saily. Die eSIM aktivierst du noch vor dem Abflug, sie läuft ab der Landung in Kota Kinabalu und du musst nicht am Flughafen nach einem Shop suchen. Über unseren Link und mit dem Code BOARDING bekommst du 15% Rabatt auf deine Datenpakete. Nur beides zusammen zählt, der Code allein reicht nicht. Für drei Wochen Sabah reichen erfahrungsgemäß 10 GB locker aus, weil du in den Unterkünften fast überall WLAN hast.
Malaysia-eSIM mit 15% Rabatt
Der Rabatt zählt nur, wenn du über diesen Link zu Saily gehst und im Warenkorb den Code BOARDING eingibst. Der Link allein reicht nicht, der Code allein auch nicht.
Anreise und Flughafen: So kommst du nach Kuala Lumpur
Der Flughafen heißt KLIA und liegt rund 55 Kilometer südlich der Stadt. Er hat zwei Terminals: KLIA Terminal 1 ist die Anlaufstelle für Malaysia Airlines, Emirates, Qatar und die meisten Langstreckenflüge aus Europa, KLIA Terminal 2 (früher KLIA2) ist das Zuhause von AirAsia und den anderen Billigfliegern innerhalb Asiens.
Die schnellste Verbindung in die Stadt ist der KLIA Ekspres. Der Zug fährt ohne Zwischenstopp und braucht 28 Minuten bis KL Sentral, dem zentralen Verkehrsknoten der Stadt. Das einfache Ticket kostet 55 Ringgit, umgerechnet etwa 11 Euro, und über die App oder die Website des Betreibers bekommst du rund 10% Rabatt. Wir haben aber eigentlich immer ein GRAB Taxi in die Stadt genommen, vor allem, da wir mit vielen Rucksäcken gereist sind. Rechne dafür je nach Uhrzeit mit 65 bis 100 Ringgit für das ganze Auto, was sich bei zwei Personen fast schon rechnet, dauert aber teils mit dem Stau auch mal 90 Minuten.

Die Stadt ist außerdem der Flug-Hub des ganzen Landes. Von hier kommst du günstig nach Langkawi, Penang, Kota Kinabalu und in die halbe Region. Wir vergleichen die Preise vorab immer über Kiwi, weil dort auch die asiatischen Billigflieger auftauchen, die viele deutsche Suchmaschinen gar nicht listen.
Wo übernachten in Kuala Lumpur
Die Stadt ist groß, und das Viertel entscheidet hier stärker über deinen Aufenthalt als das Hotel selbst. Vier Gegenden kommen für Reisende wirklich infrage, und sie liegen alle im Umkreis von wenigen Bahnstationen.


- KLCC: Direkt an den Petronas Towers und am Park, ruhiger und schicker als der Rest. Passt zu dir, wenn du morgens joggen und abends in zwei Minuten bei der Lichtshow stehen willst.
- Bukit Bintang: Das Shopping- und Ausgehviertel mit der Jalan Alor um die Ecke, laut bis spät in die Nacht. Passt zu dir, wenn du Restaurants, Bars und Malls vor der Tür haben willst.
- Chinatown: Am nächsten an der Altstadt, den Tempeln und dem Nachtmarkt, dazu die günstigsten Betten der Stadt. Passt zu dir, wenn du Atmosphäre über Komfort stellst und viel zu Fuß gehst.
- KL Sentral: Direkt am Hauptbahnhof, mit dem Flughafenzug und allen Linien vor der Tür. Passt zu dir, wenn du nur ein oder zwei Nächte bleibst oder früh weiterreist.
Wir haben in Bukit Bintang gewohnt und würden das wieder machen, weil du abends ohne Grab entspannt überall hinkommst. Wenn du es ruhiger magst, bist du in KLCC besser aufgehoben. Für Familien mit Kindern ist KLCC wegen des Parks und des riesigen Spielplatzes die einfachste Wahl.
Hier einige Hotelempfehlungen, wenn du noch nichts gebucht hast. Grundsätzlich gibt es aber auch extrem viele AirBnBs in den Wolkenkratzern, meist mit gigantischer Aussicht, Infinitiy Pool und großen Gemeinschaftsbereichen.
Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Kuala Lumpur
Das Schöne an dieser Stadt ist, wie dicht die Highlights beieinander liegen. Kolonialbauten, ein Hindutempel in einer Kalksteinhöhle, das zweithöchste Gebäude der Welt und ein Chinatown-Nachtmarkt passen hier locker in zwei Tage. Wir gehen die Spots in der Reihenfolge durch, in der sie sich sinnvoll verbinden lassen.
Petronas Towers und die Lichtshow am Abend
Die Petronas Towers sind das Wahrzeichen der Stadt und sie sind in echt deutlich größer, als jedes Foto vermuten lässt. Bis 2004 waren sie die höchsten Gebäude der Welt, mit 452 Metern und 88 Etagen sind sie bis heute die höchsten Zwillingstürme überhaupt. Persönlich finden wir sie nachts sogar beeindruckender als die Marina Bay Sands in Singapur, weil die Beleuchtung die Stahlrippen der Fassade betont.
Nach oben kommst du über die Skybridge im 41. und 42. Stock und das Observation Deck im 86. Stock. Der Eintritt für ausländische Besucher liegt bei etwa 80 Ringgit für Erwachsene und rund 33 Ringgit für Kinder, an manchen Tagen und über Anbieter mit Zeitfenster auch deutlich darüber. Das war uns persönlich zu teuer, wir waren nie oben, aber die Aussicht muss gigantisch sein. Abends gibt es um 20,21 und 22 Uhr auch noch eine Lichtershow am Springbrunnen im angrenzden Park.


KLCC Park, die grüne Mitte der Stadt
Direkt hinter den Türmen liegt der KLCC Park, und der ist der Grund, warum sich die Stadt so viel entspannter anfühlt als andere Metropolen der Region. Rund 20 Hektar Grünfläche mit altem Baumbestand, einem künstlichen See und einer eigenen Tartanbahn für Jogger, die um den ganzen Park herumführt. Wir sind hier morgens zum Sonnenaufgang gewesen und abends noch einmal für die Lichtshow, und beide Male war es angenehm ruhig.
Der Spielplatz im Park ist der größte, den wir je gesehen haben, und das ist keine Übertreibung. Wenn du mit Kindern reist, kannst du hier problemlos einen halben Tag verbringen, samt Wasserspielbereich und Pool. Der Park öffnet um 7 Uhr und schließt um 22 Uhr, der Eintritt ist frei.
Batu Caves
Die Batu Caves sind der bekannteste Hindutempel des Landes und liegen rund 13 Kilometer nördlich des Zentrums. Von KL Sentral fährst du mit der KTM Komuter direkt bis zur Endstation Batu Caves, das dauert etwa 30 Minuten und kostet nur wenige Ringgit. Oben angekommen erwarten dich die 272 bunt gestrichenen Stufen und die 43 Meter hohe goldene Murugan-Statue am Fuß der Treppe.
Der Eintritt ist kostenlos, Spenden sind gern gesehen. Die Höhlen sind täglich von etwa 6 bis 21 Uhr geöffnet. Wichtig ist die Kleiderordnung: Schultern und Knie müssen bedeckt sein, kurze Hosen und kurze Kleider sind vor allem für Frauen tabu. Wir müssen ehrlich sagen, dass wir nicht fanden, dass die Höhle gerecht wird. Gerade tagsüber ist extrem viel los. Die Affen auf den Stufen sind sehr aggressiv, und die Höhle selbst ist jetzt nicht sonderlich spektakulär. Wenn du viel Zeit hast, kann man es aber mal besuchen. Erwartet aber nichts Weltbewegendes

Merdeka 118, das zweithöchste Gebäude der Welt
Das hat uns am meisten überrascht: Das zweithöchste Gebäude der Welt steht nicht in Dubai oder Shanghai, sondern hier. Merdeka 118 misst 678,9 Meter und wird nur vom Burj Khalifa übertroffen. Ein gutes Stück der Höhe kommt allerdings von der Spitze, der eigentliche Baukörper ist deutlich niedriger. Der Turm steht südlich der Altstadt neben dem Merdeka-Stadion und ist von fast jedem Punkt der Stadt zu sehen, was ihn zum praktischen Orientierungspunkt macht.
Die Aussichtsplattform The View at 118 liegt auf den Etagen 115 bis 118 und ist damit die höchste Aussichtsplattform Südostasiens. Tickets kosten für ausländische Besucher rund 130 Ringgit und sind ebenfalls an Zeitslots gebunden. Wenn du dich zwischen den Türmen entscheiden musst: Von hier oben siehst du die Petronas Towers, umgekehrt siehst du von den Petronas Towers nur ein weiteres Hochhaus. Die schönste Aussicht auf die Skyline hast du also von Merdeka 118 aus.
Chinatown und der Petaling Street Night Market
Chinatown ist für uns das lebendigste Viertel der Stadt. Tagsüber wirkt die Petaling Street mit ihrem grünen Glasdach fast verschlafen, ab dem späten Nachmittag verwandelt sie sich in den bekanntesten Nachtmarkt der Stadt. Es gibt Stände mit Kopien von so ziemlich allem, dazwischen Obstkarren, gebratene Nudeln und Getränkestände. Handeln gehört dazu, starte bei etwa der Hälfte des ersten Preises und du landest meistens bei zwei Dritteln.
Direkt daneben liegt der klassische Nassmarkt, der deutlich größer ist, als wir gedacht hatten. Hier bekommst du einen echten Eindruck davon, wie in der Stadt eingekauft wird, inklusive Ständen mit Fleischteilen, die du in Deutschland nie zu Gesicht bekommst. Zwei Häuserblocks weiter stehen mit dem Sri Mahamariamman Tempel und dem Guan Di Tempel ein Hindutempel und ein chinesischer Tempel fast Wand an Wand. Genau diese Mischung macht das Viertel aus.

Little India in Brickfields
Little India liegt in Brickfields, gleich neben KL Sentral, und ist mit einem bunten Torbogen und Girlanden über der Straße nicht zu verfehlen. Wir hatten uns das Viertel deutlich größer vorgestellt, im Grunde ist es aber eine einzige Straße. Durchlaufen hast du es in zwanzig Minuten.
Central Market
Der Central Market ist die klimatisierte Variante des Souvenirshoppings und liegt zwischen Chinatown und dem Fluss. Die Halle stammt aus dem Jahr 1888 und stand ursprünglich als Nassmarkt da, heute findest du auf zwei Etagen Stoffe, Zinnwaren, Holzschnitzereien und einen Foodcourt im Obergeschoss. Die Preise sind höher als auf der Petaling Street, dafür ist die Qualität besser und niemand zerrt dich in seinen Laden. Bei dem typischen Nachmittagsregen ist die Halle ein perfekter Unterschlupf.
Masjid Jamek und das Sultan Abdul Samad Building
Wenige Minuten nördlich davon liegt der historische Kern der Stadt. Das Sultan Abdul Samad Building mit seinen Hufeisenbögen, den Kupferkuppeln und dem 41 Meter hohen Uhrturm wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Sitz der britischen Kolonialverwaltung gebaut. Es ist eines der bedeutendsten Gebäude des Landes, denn direkt davor, auf dem Merdeka Square, wurde 1957 zum ersten Mal die malaysische Flagge gehisst, als das Land unabhängig wurde. Abends wird die Fassade angestrahlt und sieht noch einmal deutlich besser aus als am Tag.
Gleich daneben, genau am Zusammenfluss der Flüsse Klang und Gombak, steht die Masjid Jamek. Sie ist eine der ältesten Moscheen der Stadt, wurde 1909 fertiggestellt und wirkt mit ihren roten und weißen Streifen fast wie ein kleiner Maharadscha-Palast. Für Besucher gibt es kostenlose Führungen, außerdem werden am Eingang Gewänder ausgegeben, wenn deine Kleidung nicht passt. Zwischen den Gebetszeiten ist der Zutritt für Nicht-Muslime möglich, freitags ist die Moschee für Besucher geschlossen.

Essen und Nachtmärkte
Wenn wir einen einzigen Grund nennen müssten, warum sich die Stadt lohnt, dann wäre es das Essen. Malaiisch, chinesisch und indisch treffen hier auf engstem Raum aufeinander, und zwar nicht als Fusionsküche für Touristen, sondern weil hier seit Generationen alle drei Gruppen nebeneinander leben.


Die Jalan Alor in Bukit Bintang ist die bekannteste Foodstraße. Unser absoluter Streetfood Favorit in Malaysia ist Apam Balik, das sind gefüllte Pancakes mit Erdnussfüllung kosten umgerechnet rund 80 Cent.

Transport in der Stadt
Das Bahnnetz aus LRT, MRT, Monorail und KTM deckt alles ab, was du als Besucher brauchst, und es ist mit meist 2 bis 5 Ringgit pro Fahrt super billig. Die zweite Möglichkeit ist Grab, die südostasiatische Alternative zu Uber. Preise siehst du vorab in der App, du zahlst per Karte oder bar, und Verhandeln entfällt. Innerhalb des Zentrums landest du meistens bei 8 bis 20 Ringgit pro Fahrt.
Weil es echt viel zu entdecken gibt und sich viele HIhglights verbinden lassen, ist die Stadt gut zu Fuß erkundbar. Wir haben an einem Tag Little India, Chinatown, die Altstadt, Bukit Bintang und den KLCC Park am Stück gelaufen und dabei 25.000 Schritte gesammelt. Wenn dir eine Strecke zu lang wird, ist die Bahn meistens nur fünf Minuten schneller als der Fußweg, weil du erst hoch zur Station, dann durch die Sperre und wieder runter musst. Zwischen zwei benachbarten Stationen lohnt sich das selten.
Ist Kuala Lumpur gefährlich?
Die Stadt gehört zu den sichersten Metropolen Südostasiens, und wir haben uns auch nachts allein auf der Straße nie unwohl gefühlt. Gewaltverbrechen gegen Touristen sind selten, das Auswärtige Amt spricht keine Reisewarnung für die Region aus. Was tatsächlich vorkommt, ist Taschendiebstahl in den vollen Ecken, also auf der Petaling Street, in überfüllten Bahnen und rund um die Nachtmärkte.
Die beste Reisezeit in Kuala Lumpur
Die Stadt liegt nur rund 300 Kilometer nördlich des Äquators, das Klima ist damit das ganze Jahr über gleich: 32 bis 33 Grad am Tag, 24 Grad in der Nacht, hohe Luftfeuchtigkeit. Eine Trockenzeit im europäischen Sinn gibt es nicht, es regnet in jedem Monat. Die etwas trockeneren Fenster liegen von Juni bis August und im Januar und Februar, am nassesten wird es im April, Oktober und November.
Wie sich das Wetter mit dem Rest des Landes verträgt, also mit dem Monsun an West- und Ostküste, haben wir ausführlich in unserem Beitrag zur besten Reisezeit für Malaysia aufgeschrieben. Für die Hauptstadt selbst gilt: Du kannst zu jeder Jahreszeit kommen. Schau nur, dass du nicht mitten ins Chinesische Neujahr oder ins Hari Raya Fest fällst, dann sind die Hotels teurer und die halbe Stadt ist unterwegs.
Tagesausflug: Genting Highlands ab Kuala Lumpur
Rund 50 Kilometer nordöstlich der Stadt liegt auf etwa 1.800 Metern Höhe die Genting Highlands, eine Art Freizeitstadt über den Wolken. Der Reiz ist zuerst einmal das Klima: Während unten 33 Grad und schwüle Luft herrschen, sind es hier oben angenehme 18 bis 24 Grad. Für alle, die von der Hitze in der Hauptstadt genug haben, ist das ein Tapetenwechsel, den du in einem halben Tag hast.
Das Highlight ist die Awana SkyWay, eine Seilbahn, die auf rund 3,4 Kilometern über den Regenwald hinauf zur Bergstation schwebt. Die Fahrt dauert etwa 10 Minuten, und wenn du die Glasboden-Gondel erwischst, siehst du den Dschungel direkt unter deinen Füßen. Auf halber Strecke kannst du am Chin Swee Caves Tempel aussteigen, einer chinesischen Tempelanlage, die spektakulär in den Hang gebaut ist. Oben angekommen erwarten dich der Genting SkyWorlds Theme Park mit rund zwei Dutzend Fahrgeschäften, riesige Malls, Restaurants und das größte Casino des Landes.
Für die Anreise nimmst du entweder einen Bus vom Busbahnhof Terminal Bersepadu Selatan oder von KL Sentral zur Talstation der Seilbahn, das dauert gut eine Stunde. Mit dem Grab bist du je nach Verkehr ähnlich lange unterwegs und zahlst rund 100 bis 130 Ringgit pro Strecke. Am entspanntesten ist ein Kombiticket mit Transfer und Seilbahn, das bekommst du bei GetYourGuide. Fahr früh los und geh am Wochenende möglichst gar nicht, dann stehst du an der Seilbahn nicht zwei Stunden an. Und pack eine leichte Jacke ein, oben ist es nebelig und deutlich kühler, als du es nach dem Morgen in der Stadt erwartest.
Übernachten würden wir hier nicht. Der Ort ist eine reine Resort- und Casino-Destination ohne gewachsenes Zentrum, und alles, was du sehen willst, hast du an einem Tag gesehen. Als Tagesausflug ist er stark, als Standort verschenkst du Zeit.
Tagesausflug nach Putrajaya
Putrajaya liegt etwa 25 Kilometer südlich und ist der Regierungssitz des Landes, eine komplett am Reißbrett entworfene Planstadt aus den 1990er Jahren. Das klingt erst einmal wenig verlockend, idie Region ist architektonisch aber wirklich cool und sehenswert: Breite Boulevards, riesige Ministeriumsbauten in einem Mix aus islamischer und moderner Architektur, dazwischen ein künstlicher See mit acht markanten Brücken.
Der Star ist die Putra-Moschee, die berühmte rosa Moschee direkt am Seeufer, wie auf dem Bild sichtbar. Ihre Kuppel besteht aus rosafarbenem Granit, weshalb der ganze Bau je nach Licht von zartrosa bis kräftig altrosa leuchtet. Der Eintritt war kostenlos und wir haben dort auch direkt Gewänder zum Bedecken bekommen.
Die Anreise ist sehr einfach, der KLIA Transit fährt von KL Sentral in rund 20 Minuten bis Putrajaya Sentral, von dort bringt dich ein Bus oder Grab in wenigen Minuten zur Moschee. Plane einen halben bis dreiviertel Tag ein, und geh das Ganze am besten am Vormittag an, weil es auf den weiten Plätzen kaum Schatten gibt.

Wie viele Tage reichen für die Stadt?
Zwei volle Tage reichen für die Stadt selbst. Am ersten Tag machst du die Altstadt zu Fuß, also Little India, Chinatown, Central Market, Masjid Jamek und das Sultan Abdul Samad Building, und lässt den Tag mit dem Petaling Street Night Market und der Lichtshow an den Petronas Towers ausklingen. Am zweiten Tag fährst du früh zu den Batu Caves, gehst nachmittags in Bukit Bintang shoppen oder in den KLCC Park und isst abends auf der Jalan Alor Streetfood Straße.

Wir haben über sechs Monate in Malaysia verbracht und alle unsere Standorte, Routen, Hotels und Geheimtipps in einem Reise-Guide mit interaktiver Karte zusammengefasst. So sparst du dir die Recherche und hast alles direkt auf dem Handy.
Zum Malaysia Reise-GuideHäufige Fragen zur Hauptstadt Malaysias
Lohnt sich Kuala Lumpur als eigenes Reiseziel oder nur als Zwischenstopp?
Als eigenes Ziel, wenn du Städte magst. Wir sind mit der Erwartung eines Zwischenstopps angekommen und geblieben, weil die Mischung aus Kolonialbauten, Tempeln, Hochhäusern und Streetfood auf so engem Raum selten ist. Wenn du nur Strand suchst, bist du mit zwei Nächten hier und dem Rest der Zeit auf einer Insel besser bedient.
Wann läuft die Lichtshow an den Petronas Towers?
Jeden Abend um 20, 21 und 22 Uhr am Brunnen im KLCC Park. Sie ist kostenlos und dauert 9 bis 10 Minuten. Wenn du in der ersten Reihe stehen willst, sei rund 20 Minuten vorher da, die 20-Uhr-Show ist am vollsten.
In welchem Viertel sollte ich übernachten?
Bukit Bintang für Essen und Nachtleben, KLCC für Ruhe, Park und Familien, Chinatown für Atmosphäre zum kleinen Preis, KL Sentral für kurze Aufenthalte mit früher Weiterreise. Alle vier liegen wenige Bahnstationen auseinander, du machst also nichts grundlegend falsch.
Wie komme ich vom Flughafen in die Stadt?
Mit dem KLIA Ekspres in 28 Minuten bis KL Sentral, das Ticket kostet 55 Ringgit und ist über die App günstiger. Alternativen sind Grab für rund 65 bis 100 Ringgit für das ganze Auto oder der Bus für etwa 15 Ringgit, der aber gut eine Stunde und mehr braucht.
Brauche ich in Kuala Lumpur Bargeld?
Ja, wenn auch nicht viel. Restaurants, Hotels und Malls nehmen Karte, aber die Ticketautomaten der Bahn, die Hawker-Stände und die Nachtmärkte wollen Bargeld. Mit 200 bis 400 Ringgit in kleinen Scheinen kommst du mehrere Tage aus.
Was ziehe ich für Batu Caves und die Moscheen an?
Schultern und Knie bedeckt, also lange, luftige Hose und ein T-Shirt mit Ärmeln. Kurze Hosen und kurze Kleider sind vor allem für Frauen nicht erlaubt. Vor Ort kannst du dir ein Tuch oder einen Umhang leihen, angenehmer ist es aber, gleich passend zu kommen.
