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São Paulo Brasilien: Warum uns die Megacity enttäuscht hat

Wer „São Paulo Brasilien“ googelt, landet meist bei Hochglanzbildern der Skyline und plant schon feste Tage in der Megacity ein. Bevor du das tust, lies kurz das hier. Wir haben auf unserer drei monatigen Reise durch Brasilien insgesamt zehn Tage in der größten Stadt Südamerikas verbracht und würden die Zeit beim nächsten Mal anders nutzen. Das klingt hart, aber genau darum geht es uns: Du sollst bewusst entscheiden, bevor du kostbare Urlaubstage in einer 12-Millionen-Megacity verplanst. São Paulo ist keine schlechte Stadt. Viele Locals haben uns gesagt, dass sie sogar großartig zum Leben und Arbeiten ist, was wir gut verstehen können. Aber wenn du für Brasiliens Natur, Strände und Vielfalt fliegst, ist die Metropole aus unserer Sicht nicht unbedingt ein Must Do. Wir sagen dir ungeschönt, was uns gestört hat und welche São Paulo Sehenswürdigkeiten sich trotzdem lohnen, falls du sowieso über den Flughafen kommst oder einen Zwischenstopp machst.

São Paulo Brasilien: Skyline mit Hochhäusern und der Avenida Paulista

Wie fliege ich nach São Paulo?

Wer nach São Paulo Brasilien fliegt, landet im wichtigsten Verkehrsdrehkreuz des Landes: Ab Frankfurt und München gibt es Direktflüge in rund zwölf Stunden. Die Stadt hat zwei Flughäfen, den internationalen Guarulhos (GRU) rund 30 Kilometer östlich und Congonhas (CGH) für Inlandsflüge rund 14 Kilometer südlich. In der Stadt ist die Metro das beste, schnellste und effektivste Verkehrsmittel, vor allem in der Rush Hour, denn dann kann der Verkehr furchtbar sein. Wir haben aber nach zehn Tagen vor Ort eigentlich immer Uber genutzt, da wir die Verbindungen nicht unbedingt ideal fanden, um zwischen den touristischen Sehenswürdigkeiten zu wechseln. Wegen der Größe der Stadt erkundest du São Paulo am besten viertelweise.

Wo übernachten in São Paulo?

Wähle unbedingt ein sicheres, zentrales Viertel: Jardins ist ziemlich schick und gut gelegen, Pinheiros und Vila Madalena sind eher die Hipsterviertel, jung und lebendig. Für den normalen zeitlichen Urlaub würden wir dir eine Unterkunft rund um die berühmte Avenida Paulista empfehlen, die große Hauptstraße der Stadt. Falls du dich nach dem Blog doch entscheidest, nach São Paulo zu reisen, findest du hier eine Auswahl an Hotels in drei Preisklassen, die Preise sind Richtwerte für die Nebensaison.

LagePreisklasseHotelAb / Nacht
Jardim PaulistaBudgetibis budget São Paulo Jardins45€
Avenida PaulistaBudgetibis budget São Paulo Paulista48€
Avenida PaulistaMittelklasseibis São Paulo Paulista60€
JardinsMittelklasseMercure SP Jardins90€
JardinsLuxusHotel Unique260€
JardinsLuxusTivoli Mofarrej320€
Die Preise können je nach Saison und Auslastung variieren.

Geld abheben und bezahlen in São Paulo

Wie überall in Brasilien zahlst du in São Paulo fast alles mit Karte. Achte gerade in der Großstadt darauf, deine Karte im Blick zu behalten und den Betrag vor dem Bezahlen zu prüfen. Bei vielen normalen Hausbanken zahlst du für die Umsatzverdienst ausländischer Währung (15 bis 20 % extra Gebühr für die Umdrehung der Währung). Das Ganze kannst du dir aber super einfach sparen. Dafür empfehlen wir dir eine Reisekreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr wie die TF Mastercard Gold*. Welche kostenlosen Karten wir sonst noch nutzen haben wir dir im Artikel Kreditkarten-Vergleich zusammengefasst.

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eSIM für São Paulo

Wir würden dir für deinen gesamten Aufenthalt in Brasilien dringend empfehlen, eine SIM-Karte zu kaufen, sodass du navigieren kannst, Google Übersetzer nutzen kannst, aber auch überall und immer Uber rufen kannst. Früher war es fast unmöglich eine lokale SIM Karte zu bekommen, da man hierfür eine brasilianische Steuernummer braucht (CPF). Wir haben diese tatsächlich online beantragt und konnten damit dann auch eine lokale Sim Karte aktivieren. Es gibt wohl mittlerweile auch einen Touristen Tarif vom Anbieter Claro, wir haben diesen aber nicht getestet. Auf unserem ersten Handy hatten wir von Anfang an ein E-Sim, die richtest du vor dem Abflug in wenigen Minuten via App ein. Dann aktiviert sie sich direkt nach der Landung und du bist online. Wir nutzen Saily*, mit dem Code BOARDING gibt es einen Rabatt von 15% auf alle Datenpakete. So kannst du am Flughafen sofort dein erstes Uber rufen.

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São Paulo Brasilien: Lohnt sich der Stopp im Urlaub wirklich? Unsere Kritik

Kurze Antwort: Für die meisten Reisenden nicht, oder höchstens für ein bis zwei Tage. Ein Brasilien-Urlaub lebt unserer Meinung nach von der unglaublichen Natur, den endlosen Stränden, den Inseln und dem Regenwald. Genau da hat São Paulo praktisch nichts zu bieten. Die Stadt ist eine gewaltige, teils graue Betonlandschaft, und selbst die Einheimischen haben uns gesagt, São Paulo sei eine Stadt zum Arbeiten und Leben, nicht zum Urlaubmachen. Die Highlights der Stadt sind solide, aber sie sind nicht der Grund, warum du nach Brasilien fliegst.

Der Kern unserer Kritik zum Thema São Paulo Brasilien: Fast alles, wofür die Stadt gelobt wird, bekommst du zu Hause auch. São Paulo ist die brasilianische Hochburg für Kunst und Street-Art. Die gibts aber aber ziemlich ähnlich, vielleicht nicht sogar besser in europäischen Metropolen, erstklassige Museen ebenfalls, und die historische Altstadt ist deutlich weniger charmant als das, was wir aus vielen Städten in Europa kennen. Für eine so teure Fernreise ans andere Ende der Welt ist das ein schwaches Argument. Du fliegst nicht zwölf Stunden nach Brasilien, um in einem Museum zu stehen, das es so ähnlich auch in Berlin, Paris oder Madrid gibt.

Bleibt das Essen, und ja, die Food-Szene ist wirklich stark (dazu unten mehr). In den High-End-Restaurants isst du hervorragend und oft günstiger als in vergleichbaren Restaurants in Europa. Aber ob sich dafür mehrere Tage in einer ansonsten wenig reizvollen Megacity lohnen, während vor der Tür Ilhabela, Paraty und die ganze Costa Verde auf dich warten, ist für uns fragwürdig.

São Paulo Brasilien: alte Fassaden im historischen Zentrum
Skyline von São Paulo in der Abenddämmerung

Darüber hinaus wirkte die Stadt, an sobald man aus den schönsten Straßen heraustritt, alles andere als sicher. Uns hat unser Taxifahrer auf dem Weg ins Centro sogar gewarnt, dass wir unbedingt vor Beginn der Dämmerung aus dem Centro wieder raus sein müssen, weil es ein wirklich gefährlicher Ort ist. Wir haben nirgendwohin in Brasilien so viele Obdachlose gesehen und auch offenen Drogenkonsum. São Paulo war der einzige Ort in drei Monaten Brasilien, an dem wir uns wirklich unsicher gefühlt haben.

Unser Fazit zum Thema São Paulo Brasilien: Wenn du deine Brasilien-Zeit optimal nutzen willst, streich São Paulo als eigenes Reiseziel und plane die Tage lieber an der Küste, im Pantanal, Amazonas oder in Rio ein. Nur wenn du über den Flughafen Guarulhos sowieso einen Zwischenstopp hast, geschäftlich in der Stadt bist oder gezielt für Kunst und Kulinarik kommst, sind ein bis zwei Tage vertretbar. Für alle anderen ist die Zeit woanders besser investiert: Die Highlights laufen dir nicht weg, sie sind nur selten einen eigenen Reiseabschnitt wert (persönliche Meinung).

Diese São Paulo Sehenswürdigkeiten lohnen sich trotzdem

Falls du dich doch für São Paulo entscheidest oder einen Zwischenstopp einlegst, konzentrier dich auf diese Handvoll Highlights. Sie sind das Beste, was die Stadt zu bieten hat, und für ein bis zwei Tage gut machbar. Bei den Sehenswürdigkeiten in São Paulo sind Kunst, ein paar lebendige Viertel und die grandiose Food-Szene die echten Argumente, wenn du der Metropole eine Chance geben willst.

Die bekanntesten Highlights: Avenida Paulista und MASP

Die drei Kilometer lange Avenida Paulista ist das Herzstück der Stadt, voller von Museen, Theatern, Kulturzentren und Shoppingcentern. Sonntags ist sie sogar autofrei und voller Straßenkünstler, wir sind hier drüber gelaufen und haben uns wirklich gefühlt, als wären wir im Herzen von Manhattan. Mittendrin steht das MASP, das bedeutendste Kunstmuseum Lateinamerikas, schon die Architektur ist ikonisch: Ein roter Block, der von der Architektin Lina Bo Bardi scheinbar schwebend über den Platz gebaut wurde. Drinnen hängen Werke von Van Gogh, Renoir und Picasso auf gläsernen Staffeleien, ein perfekter Spot für schlechtes Wetter.

Stunning aerial cityscape of Sao Paulo, Brazil, showcasing skyscrapers and urban streets at dusk.

Liberdade: Das japanische Viertel

Liberdade beherbergt die größte japanischstämmige Community außerhalb Japans, und das spürt man an jeder Ecke: Rote Torii-Bögen, Ramen- und Sushi-Lokale, asiatische Supermärkte und am Wochenende ein bunter Straßenmarkt. Ein faszinierender Kontrast mitten in Brasilien und eines der besten Streetfood-Viertel der Stadt. Wir waren hier abends unterwegs und waren richtig gut essen. Hier können wir auf jeden Fall bestätigen, dass São Paulo eine einzigartige und wirklich sehr, sehr gute Food-Szene hat.

Rotes Torii-Tor im japanischen Viertel Liberdade in São Paulo

Vila Madalena und der Beco do Batman

Vila Madalena ist das alternative Künstler- und Ausgehviertel (/Hippie Viertel) mit Boutiquen, Galerien und Bars, das Zentrum des jungen, kreativen São Paulo. Mittendrin liegt der Beco do Batman, eine Gasse, deren Wände über und über mit Streetart bedeckt sind, eine der besten Graffiti-Sammlungen Südamerikas, benannt nach einem frühen Batman-Wandbild. Die Murals wechseln ständig, ein Freilichtmuseum und Top-Fotospot cooler Umgebung, definitiv ein Must-Do für einen Nachmittag.

Graffiti-Wände in Vila Madalena, São Paulo
Bunte Streetart im Beco do Batman in Vila Madalena, São Paulo

Parque Ibirapuera und die Museen

Der Parque Ibirapuera ist die grüne Lunge der Stadt, 158 Hektar von Oscar Niemeyer und Burle Marx gestaltet, mit Seen, Jogging- und Radwegen und mehreren Museen direkt im Park, darunter das Museum für Moderne Kunst und das Museu Afro Brasil. Perfekt für einen entspannten halben Tag zwischen zwei Sightseeing-Etappen in der Innenstadt. Wer mehr Kunst will, besucht die Pinacoteca, das älteste Kunstmuseum der Stadt mit der größten Sammlung brasilianischer Kunst in einem wunderschön restaurierten Backsteinbau.

Mercadão und das historische Zentrum

Der Mercado Municipal, kurz Mercadão, ist eine riesige Markthalle von 1933 mit bunten Buntglasfenstern, berühmt für das riesige Mortadella-Sandwich und den Pastel de Bacalhau, eine Stockfisch-Teigtasche. Im historischen Zentrum stehen die neugotische Catedral da Sé, das Theatro Municipal und der Aussichtsturm Farol Santander mit Rundblick über die endlose Skyline. Das Zentrum besuchst du am besten tagsüber und mit etwas Vorsicht. Bereits oben erwähnt wurden wir hier vom Taxifahrer und auch von unserem Airbnb-Host gewarnt, dass es nicht der sicherste Teil der Stadt sein soll.

Kuppel und Türme der Catedral da Sé in São Paulo
Gotisches Inneres der Catedral da Sé in São Paulo

São Paulo Brasilien: Die beste Reisezeit

Wann du die Stadt besuchst, macht beim Wetter einen großen Unterschied. São Paulo liegt höher und ist etwas kühler und wechselhafter als die Küste. Am angenehmsten ist der trockenere Herbst und Winter von April bis September, die günstigsten Monate sind März bis Mai sowie September bis November. Und das führt uns auch zum nächsten Problem, das wir mit São Paulo hatten: Wie im Rest von Süd-Brasilien in den klassischen Reisemonaten Januar bis März ist hier Regenzeit, und diese war bei uns in São Paulo wirklich extrem ausgeprägt. Wir hatten an acht von zehn Tagen wirklich ganztags dicke Wolken, und es hat fast jeden Tag den ganzen Tag geregnet. Mal genieselt, mal gab es extrem starke Schauer, was für einen Urlaub gerade im brasilianischen Sommer auch extrem unpraktisch ist. Aufgrund der Berge im Umland sammeln sich teilweise die Wolken hier in einem Krater, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass du wirklich schlechtes Wetter haben solltest, falls du in dieser Zeit reist.

Die Avenida Paulista in São Paulo

Essen in São Paulo: Die heimliche Food-Hauptstadt

Wenn São Paulo in einer Kategorie glänzt, dann beim Essen: Die Stadt gilt als die Gastronomie-Hauptstadt Südamerikas. In den Jardins liegen mit dem D.O.M. von Alex Atala und dem Maní gleich mehrere weltbekannte Adressen der modernen brasilianischen Küche, die A Casa do Porco zählt regelmäßig zu den besten Restaurants der Welt. Dazu kommt großartiges Streetfood: Die Coxinha (frittierte Hähnchen-Teigtasche), das Mortadella-Sandwich im Mercadão und die endlose Vielfalt in Liberdade. Unter allen Highlights ist die Food-Szene für uns das stärkste Argument, für das grandiose Essen lohnt sich der Stopp fast (aber auch nur fast!).

Unser Brasilien Reiseführer

Wir haben sowohl einen Reiseführer für Rio de Janeiro, aber auch für den gesamten Süden Brasiliens geschrieben: Mit fertigen Tagesplänen, Tipps zur Vorbereitung, zur Sprache und unserer interaktiven Karte mit Hotels, Restaurants, Stränden und Aussichtspunkten, offline auf deinem Handy. Wenn du ganz entspannt dieses Land bereisen willst, schau jetzt mal vorbei.

Häufige Fragen zu São Paulo Brasilien

Lohnt sich São Paulo Brasilien für einen Urlaub?

Zehn Tage in der Stadt lohnen sich für die meisten Reisenden nicht, das müssen wir ungeschönt sagen. Ein Brasilien-Urlaub lebt von Natur, Stränden und Inseln, und genau da hat die Megacity wenig zu bieten. Nur wenn du ohnehin einen Zwischenstopp über den Flughafen hast, oder gezielt für Kunst und die Food-Szene kommst, lohnen sich ein bis zwei Tage. Die Stadt glänzt, wie gesagt, vor allem mit Kunst, Kultur und Essen. Aber transparenterweise müssen wir hier sagen, dass die Museen zwar gut sind, aber nicht besser als in europäischen Großstädten. Es gibt zwar eine gute internationale Foodszene, aber die gibt es auch in Europa in Städten. In einer teuren Fernreise würden wir nicht versuchen, solche Dinge zu sehen, die man in Europa ebenso erleben kann.

Wie viele Tage sollte man für São Paulo Brasilien einplanen?

Wenn überhaupt, dann vielleicht zwei Tage. Das reicht locker für die Avenida Paulista mit dem MASP, den Ibirapuera-Park, das Viertel Liberdade und ein, zwei richtig gute Restaurants. Mehr Zeit ist auf einer Brasilien-Reise an der Küste oder in Rio deutlich besser aufgehoben.

São Paulo oder Rio de Janeiro, was ist besser?

Für einen Urlaub ganz klar Rio: Strände, Zuckerhut, Christusstatue und Natur direkt in der Stadt. São Paulo ist die Wirtschafts- und Food-Metropole, super zum Leben und Arbeiten, aber als Reiseziel deutlich weniger reizvoll. Wenn du nur eine der beiden Städte besuchst, nimm Rio.

São Paulo Brasilien: Ist die Stadt gefährlich?

São Paulo ist eine riesige Großstadt mit den typischen Risiken, vor allem Taschendiebstahl. In den Vierteln rund um die Avenida Paulista, den Ibirapuera-Park und in der Zona Sul bewegst du dich tagsüber mit normaler Vorsicht gut. Zeig Handy und Wertsachen nicht zu offen, meide abends leere Straßen und nimm nach Einbruch der Dunkelheit lieber ein Uber.

Welche São Paulo Sehenswürdigkeiten lohnen sich wirklich?

Die echten Highlights sind das Kunstmuseum MASP an der Avenida Paulista, der grüne Ibirapuera-Park mit seinen Museen, das japanische Viertel Liberdade, die Street-Art im Beco do Batman in Vila Madalena und vor allem die Food-Szene. Wer Kunst und gutes Essen liebt, findet hier ein paar starke Tage, alle anderen zieht es schnell weiter.

Und danach an die Küste

Unser Tipp: Wenn du in São Paulo bist, fahr von der Metropole rechtzeitig an die schöne Küste des Bundesstaats. Direkt vorgelagert liegt die Trauminsel Ilhabela, ein herrlicher Kontrast zur Großstadt. Wie du die São Paulo Sehenswürdigkeiten in deine Route einbaust, zeigen dir unsere Brasilien Sehenswürdigkeiten.

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