Von unserem vierwöchigen Roadtrip durch Andalusien sind uns wenige Orte so sehr in Erinnerung geblieben wie Granada. Die Stadt am Fuß der Sierra Nevada vereint die berühmte Alhambra, verwinkelte arabische Gassen und eine Tapas-Kultur, die es so nur hier gibt. Aber welche Granada Sehenswürdigkeiten lohnen sich wirklich? Wo solltest du übernachten? Wie kommst du überhaupt hin? Und was macht Granada so einzigartig? Genau diese Fragen beantworten wir in aller Tiefe in diesem Blogbeitrag.

Wie reise ich nach Granada?
Am einfachsten kommst du nach Granada, indem du nach Málaga (AGP) fliegst und von da aus ca. 1,5 Stunden per Bus oder mit dem Mietwagen weiter nach Granada fährst. Granada hat zwar einen eigenen kleinen Flughafen, Málaga ist aber besser und günstiger angebunden. Wie günstig es gerade ist, siehst du hier live:
Für die Weiterfahrt und um die Sierra Nevada oder umliegende Dörfer zu erkunden, haben wir uns einen Mietwagen genommen, diese sind in Spanien zum Glück meist sehr günstig. Wir haben für unseren kleinen Jeep nur 18€/ Tag gezahlt. Vergleich* unbedingt vorab und buch rechtzeitig, vor allem in der Hochsaison.
Ohne eigenes Auto kommst du aber trotzdem bequem mit dem Bus nach Granada: Von Málaga dauert die Fahrt rund 1,5 bis 2 Stunden, von Sevilla etwa 3 Stunden. In der Stadt selbst brauchst du kein Fahrzeug, das Zentrum erkundest du am besten zu Fuß, und für die steilen Wege ins Albaicín oder hinauf zur Alhambra fahren kleine Busse (wir sind aber überall hin gelaufen, ist auch kein Problem).
Geld abheben und bezahlen in Spanien
In Spanien kannst du fast überall mit Karte zahlen. Mit einer kostenlosen Reisekreditkarte wie der TF Mastercard Gold* bist du auch bei der Mietwagen Kaution auf der sicheren Seite. Generell würden wir dir für Auslandsreisen und längere Urlaube immer empfehlen, zwei oder sogar drei Bankkarten mitzunehmen. So bist du selbst im Fall einer Kartensperrung oder Verlust einer Kreditkarte noch auf der sicheren Seite. Im Blogbeitrag zu den besten gebührenfreien Reisekreditkarten findest du alle Karten die wir verwenden im Vergleich. Mehr Infos zum Geld abheben in Spanien findest du auch noch im verlinkten Guide.
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Wo übernachten in Granada? Die besten Hotels je Budget
Am schönsten wohnst du im Albaicín, dem alten arabischen Viertel mit Alhambra-Blick, oder zentral rund um die Kathedrale. Von hier erreichst du alles zu Fuß. Hier unsere Empfehlungen vom Backpacker-Hostel bis zum Grandhotel am Alhambra-Hügel (Alle Preise sind Ab-Preise pro Nacht und schwanken je nach Saison.):
| Preisklasse | Hotel | Ab/Nacht |
|---|---|---|
| Budget | Oasis Backpackers Hostel | ab 25€ |
| Budget | White Nest Hostel | ab 30€ |
| Budget | El Granado | ab 34€ |
| Mittelklasse | Room Mate Leo | ab 92€ |
| Mittelklasse | Hotel Casa 1800 Granada | ab 98€ |
| Mittelklasse | Hotel Casa Morisca | ab 120€ |
| Luxus | Hotel Alhambra Palace | ab 180€ |
| Luxus | Palacio de Santa Paula | ab 190€ |
| Luxus | Hospes Palacio de los Patos | ab 210€ |
Die schönsten Granada Sehenswürdigkeiten
In Granadas Altstadt wechseln sich schmale, gepflasterte Gassen mit prunkvollen Plätzen voller Cafés und Restaurants ab, und es ist überall etwas los. Durch den starken marokkanischen Einfluss fühlt sich die Stadt an vielen Ecken an wie eine arabische Medina. Diese Einflüsse spürt man zwar in vielen Städten in Südspanien, aber nirgendwo so stark wie in Granada! Die folgenden Granada Sehenswürdigkeiten haben uns dabei am meisten begeistert.
1. Die Alhambra
Die Alhambra ist das größte Highlight unter den Granada Sehenswürdigkeiten und eines der beeindruckendsten Bauwerke, die wir je gesehen haben. Der wichtigste Tipp zuerst: Kauf deine Tickets so früh wie möglich, in der Hochsaison sind sie oft vier Wochen im Voraus ausverkauft! Wir waren in der Nebensaison im November in Granada und haben eine Woche zuvor noch zwei Tickets bekommen und in der Nacht vor Besuch sogar tatsächlich noch ein spontanes Ticket für eine Freundin, die mitgekommen ist. Ganz wichtig ist die Unterscheidung zwischen den Arealen in der Alhambra, denn es gibt eigentlich drei Bereiche, die du unterschiedlich buchen kannst. Für die Gärten und die äußere Anlage bist du nicht an einen Zeitslot gebunden. Ganz wichtig ist aber die feste Zeit für die Nasridenpaläste (der innere Bereich). Verpasst du ihn, kommst du nicht mehr rein, behalte also die Uhr im Auge. Drinnen fühlst du dich zwischen den kunstvollen Sälen, Innenhöfen und Gärten mit ihren filigranen Wandgravuren wie in 1001 Nacht, und der Blick vom Dach über ganz Granada ist der Wahnsinn. Plane rund zwei bis drei Stunden ein und spar dir das Geld für den Audioguide: Es gibt überall gratis QR-Codes mit allen Infos. Am schönsten ist übrigens der Aufstieg zu Fuß über die Carrera del Darro statt mit dem Bus.
Ein kleiner Insider aus unserer Reise: Wir hatten spontan nachts noch Tickets für den nächsten Tag ergattert, verlass dich in der Hauptsaison aber lieber nicht darauf und buche früh. Wichtig ist der feste Zeitslot für die Nasridenpaläste, verpasst du ihn, kommst du nicht mehr rein.
Zur Alhambra gehört auch der Generalife, der einstige Sommerpalast der Sultane mit weitläufigen Gärten, Wasserspielen und Brunnen. Gerade im Frühling, wenn alles blüht, ist er ein Traum und der perfekte, ruhige Abschluss deines Besuchs.
Zur Alhambra hinauf brauchst du je nach Startpunkt rund 40 Minuten zu Fuß, entlang des schönen Weges Cuesta de Gomérez oder der Carrera del Darro. Alternativ fahren aus der ganzen Stadt kleine rote Alhambra-Busse hinauf. Nimm dir die Zeit, denn schon der Aufstieg mit Blick über die Stadt gehört zum Erlebnis dazu.

2. Albaicín und der Mirador San Nicolás
Der Albaicín ist das alte maurische Viertel gegenüber der Alhambra, und hier fühlst du dich stellenweise wie in einer arabischen Medina. Granada stand über 700 Jahre unter maurischer Herrschaft und war das Zentrum des Königreichs al-Andalus, genau das spürst du in den engen, verwinkelten Gassen mit ihrem marokkanischen Einfluss, teils läuft sogar arabische Musik aus den kleinen Cafés. Für uns gehört dieses Viertel zu den schönsten Granada Sehenswürdigkeiten, ein wunderschöner Entdeckungstag, bei dem sich hinter jeder Ecke ein neues Motiv auftut. Das Ziel ist der berühmte Aussichtspunkt Mirador de San Nicolás mit dem wohl schönsten Postkartenblick auf die Alhambra vor der (teils schneebedeckten) Sierra Nevada. Komm am besten zum Sonnenuntergang, dann leuchtet der Palast in warmem Rot, oft begleitet von Straßenmusikern.


3. Carrera del Darro und die Kathedrale
Der Weg hinauf zur Alhambra führt über die Carrera del Darro, einen der schönsten Spaziergänge der Stadt entlang des Flusses, links und rechts läufst du vorbei an historischen Häusern aus dem 16. Jahrhundert. Die Kulisse ist spektakulär und ein perfekter Vorgeschmack auf das, was dich oben erwartet, plane für den Fußweg je nach Startpunkt rund 40 Minuten ein. Im Zentrum thront außerdem die monumentale Kathedrale von Granada, ein gigantischer Bau mit unglaublich vielen Details im Inneren. Wir hatten Glück und kamen sonntags sogar gratis rein, sonst kostet der Eintritt wohl 5€. Rundherum ist immer viel los, oft mit Flamenco-Tänzern, die durch die Gassen hallen und alles noch ein bisschen dramatischer machen.

4. Sacromonte und die Höhlenwohnungen
Oberhalb des Albaicín liegt der Sacromonte, das traditionelle Viertel der Gitanos und weltberühmt für seine in den Hang gegrabenen Höhlenwohnungen, die „Cuevas“. Einige davon sind bis heute bewohnt, andere wurden zu urigen Bars und Flamenco-Lokalen umgebaut, in denen du dir Flamenco Shows ansehen kannst. Ein Abend in einer dieser Höhlen ist ein besonderes Erlebnis, im deutlich kleineren Kreis als die großen Bühnenshows. Wir hatten aber leider keine Zeit für diesen Spot.
5. Basare & Einkaufen in Granada: Realejo und Alcaicería
Nicht alle Granada Sehenswürdigkeiten sind einzelne Monumente, manche sind ganze Viertel. Rund um die Kathedrale erstreckt sich die Alcaicería, der alte maurische Seidenbasar, heute ein Gassengewirr voller kleiner Läden mit Souvenirs, Kleidung, Lampen und Gewürzen, in dem du dich herrlich treiben lassen kannst. Gleich nebenan liegt das Realejo, das ehemalige jüdische Viertel, das heute vor allem für seine riesige Streetart bekannt ist, viele Werke stammen vom lokalen Künstler „El Niño de las Pinturas“. Und dann ist da die Sache, die dich endgültig für Granada gewinnt: die Tapas-Kultur. Zu fast jedem Getränk, das du bestellst, bekommst du hier gratis eine kleine Tapa dazu, ein Brötchen, ein paar Oliven oder mehr. Für rund 3,20€ ein Getränk samt Snack ist das der perfekte, unschlagbar günstige Zwischenstopp.


6. Paseo de los Tristes und das Monasterio de la Cartuja
Der Paseo de los Tristes ist eine kleine Uferpromenade am Fuß der Alhambra und einer der romantischsten Orte Granadas, besonders am Abend, wenn der beleuchtete Palast über dir thront. Von hier lässt sich der Aufstieg in den Sacromonte oder zum Mirador San Nicolás wunderbar verbinden. Etwas außerhalb des Zentrums liegt das Monasterio de la Cartuja, ein Kartäuserkloster, dessen Sakristei zu den prunkvollsten Barock-Innenräumen Spaniens zählt, ein echter Geheimtipp abseits der Touristenströme. Wenn du nach Alhambra, Albaicín und Tapas noch Zeit hast, lohnt sich der kurze Bus- oder Fußweg dorthin. So rundest du dein Granada-Programm mit einem ruhigen, weniger überlaufenen Highlight ab.
Die besten Tagesausflüge ab Granada
Wenn du die Granada Sehenswürdigkeiten in der Stadt abgehakt hast, lohnt sich ein Blick ins Umland. Nur rund 30 Minuten entfernt liegt die Sierra Nevada mit dem höchsten Berg des spanischen Festlands. Im Winter fährst du hier Ski (südlichstes Skigebiet Europas), im Sommer kannst du durch die Berge wandern, beides an einem einzigen Tag von der Stadt aus machbar. Wer noch mehr Zeit hat, fährt nach Guadix mit seinen bis heute bewohnten Höhlenhäusern oder in die weißen Dörfer der Alpujarras am Südhang der Sierra Nevada, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Andere lohnende Ziele in der Region findest du in unseren Top 10 Sehenswürdigkeiten Andalusiens.
Ein bisschen Geschichte
Granada stand über 700 Jahre unter der Herrschaft der Mauren und war das Zentrum des muslimischen Königreichs al-Andalus. 1492 fiel die Stadt als letzte im ganzen land an die Katholischen Könige, womit die Reconquista der iberischen Halbinsel abgeschlossen war. Diese lange arabische Prägung spürst du bis heute in der Architektur, den Gassen und der Kultur, und genau das macht Granada so besonders. Teilweise haben wir uns im Stadtkern gefühlt wie in einer arabischen Medina, und das mitten in Spanien!
Granada Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten, die du kennen solltest
Das absolute Highlight für uns war die einzigartige Tapas-Kultur: Zu jedem Getränk, das du bestellst, bekommst du für rund 3€ automatisch eine kleine Portion Tapas gratis dazu. So kannst du dich abends perfekt durch die Bars probieren, ein Glas Wein hier, eine Kleinigkeit dort. Diese Tradition gibt es in dieser Form wirklich nur in Granada, und für Jonathan war sie der heimliche Favorit der ganzen Stadt. Morgens haben wir übrigens richtig gut und günstig in einem Restaurant / Café frühstücken, das eine richtig tolle Mischung zwischem einem schickeren Brunch Café und einer spanischen Cafetería war. Das war die Cafetería d’Sano, eine absolute Granada Restaurantempfehlung!

Die besten Tapas-Viertel sind die Calle Navas mit ihrer langen Bar-Meile und der Campo del Príncipe im Realejo. Bestell einfach einen „vino tinto“ (Rotwein) oder eine Bier und lass dich überraschen, welche Tapa du dazubekommst, von Oliven über kleine Bocadillos bis zu Mini Tortilla Stückchen. Wir waren abends in Granada Bar-hoppen, einfach perfekt, weil wir überall ein paar Snacks bekommen hat und günstige Getränke.
Ein weiteres Erbe der maurischen Vergangenheit sind die Teterías, orientalische Teestuben rund um die Calle Calderería Nueva, in denen du bei Minztee und arabischem Gebäck den Abend ausklingen lässt. Zusammen mit der arabischen Musik in den Gassen fühlt sich Granada hier fast wie eine nordafrikanische Stadt an. Solche Momente gehören für uns genauso zu den Granada Sehenswürdigkeiten wie die Alhambra selbst.
Was ist die beste Reisezeit für Granada?
Granada liegt höher als die Küste, dadurch ist es hier von Oktober bis Mai kühler als z.B. in malaga. Für die Granada Sehenswürdigkeiten sind Frühling und Herbst ideal. Der Sommer ist unglaublich heiß, teilweise über 40 Grad. Von Juli bis Mitte September solltest du Granada meiden, wenn du mit der extremen Temperatur tagsüber nicht klar kommst. Aufgrund der Höhenlage kühlt es nachts in dieser Zeit trotzdem auf unter 20 Grad ab. Wir waren im Dezember da, morgens frisch, tagsüber sonnig, goldenes Laub und angenehm wenig los. Wer der Hochsaison entgehen will, kann gut in der Nebensaison nach Granada kommen, dann sind auch die Alhambra-Tickets leichter zu bekommen. Eine Besonderheit: Zwischen etwa Dezember und April kannst du sogar morgens in der Sierra Nevada Ski fahren und nachmittags im milden Granada durch die Gassen schlendern.
Wie viel Zeit brauchst du für die Granada Sehenswürdigkeiten?
Für die wichtigsten Granada Sehenswürdigkeiten rund um Alhambra, Albaicín und Altstadt solltest du zwei volle Tage einplanen. Wer zusätzlich Sacromonte, eine Flamenco-Show und einen Ausflug in die Sierra Nevada machen will, bleibt besser drei Tage. Granada lässt sich ideal mit Málaga in einer Andalusien-Rundreise verbinden.
